02 August 2009
Hanfsamen - Magus Genetics
Gerrit von Magus Genetics Hanfsamen:
Vom "Grease Monkey" zum Top-Züchter
Gerrit Slot, der Gründer, Inhaber und Breeder der kleinen, aber feinen niederländischen Seed Bank Magus Genetics, hatte bereits ein sehr bewegtes und abwechslungsreiches berufliches Leben hinter sich, als er allmählich in den Job des Cannabiszüchters hineinwuchs. „I had a shipload of different jobs", erzählt Gerrit, „darunter waren zum Beispiel Elektriker, Wartungsspezialist, Lackierer in der Industrie, „Grease Monkey" (Automechaniker), Stahlgießer und Barkeeper - um nur einige zu nennen..." Doch Gerrit, der früher mit seiner dauergewellten Lockenpracht aussah wie „ Wolfgang Petri an Dope", bekennt freimütig, dass er schon immer ein Problem damit hatte, unter einem Chef zu arbeiten, „Ich war nicht besonders gut im Anerkennen von Autoritäten", berichtet er. Text: Lux Cool
Bevor er sich intensiv mit der Hanfpflanze beschäftige, war Gerrit ein Mensch, der öfters mal zuviel Alkohol trank und dann unangenehm und aggressiv wurde. Gekifft hatte er zum ersten Mal im äußerst zarten Alter von elf Jahren, damals aber keine Wirkung gespürt. Danach war mehrere Jahre Sendepause in Sachen Cannabis, erst mit 18 Jahren zog Gerrit wieder an Joints, allerdings nur, wenn er betrunken war, was dazu führte, dass Gras ihn eigentlich immer nur dämmerig und passiv machte. Erst einige Zeit später, als er beschlossen hatte, "Schluss mit der Sauferei" zu machen, bemerkte er, dass "Cannabis eine Menge mehr mit mir anstellen konnte als mich einfach nur in Schlaf zu versetzen." Zum Beispiel, dass er auf Ganja entspannt und friedfertig wurde, nicht mehr so sprunghaft in seinen Aktionen war und - das war für ihn das Wichtigste - dass es ihm half, die Finger vom Alkohol zu lassen. Gerrit: "Cannabis hat mein Leben verändert und bereichert." Das trifft in jeder Hinsicht zu. Auch finanziell hat sich seine grüne Umorientierung gelohnt, seine Seed Bank Magus Genetics zählt seit über zehn Jahren zu den besten Adressen im Business, vor allem seine Trumpfkarte, die Sorte "Warlock", hat Gerrit berühmt gemacht. Die Entstehungsgeschichte dieser Sorte ist sehr ungewöhnlich, wie auch die Entstehungsgeschichte seiner Seed Bank überhaupt. In den frühen 90er Jahren begann Gerrit mit dem Home-Growing, und zwar im Freiland. Die dazu benötigten Hanfsamen hatte er aus Afghani- und Skunk-Buds herausgelesen, die er 1989 in einem Coffeeshop gekauft hatte. Als die Pflanzen heranwuchsen, entstanden aus den Afghanis nur Männchen, aber Gerrit hatte damals noch überhaupt keinen Plan, wie man beim Hanf Männchen und Weibchen unterscheidet, so dass es zur Bestäubung einer weiblichen Skunk-Pflanzen mit Afghani-Pollen kam und Gerrit am Ende zahlreiche Hanfsamen erhielt.
Im anschließenden Winter begann er auch mit dem Growing unter Kunstlicht und kultivierte dabei hauptsächlich Stecklinge, die er einem Bekannten für kleines Geld abgekauft hatte. Natürlich aber war Gerrit neugierig und wollte wissen, ob die Hanfsamen aus seiner unbeabsichtigten Eigenproduktion etwas taugten. Er baute also auch einige Skunk x Afghani-Pflanzen an, sowie nochmals einige der reinen Skunk-Samen aus den gekauften Buds. Er sollte schnell merken, dass seine Eigenkreuzung sehr viel starkwüchsiger war als die reinen Skunk-Pflanzen, diesen in Sachen Geruchs-und Geschmacksqualität jedoch nicht ebenbürtig war. Weil er über keine Skunk-Samen mehr verfügte, beschloss Gerrit, eine reine Skunk-Dame mit dem Pollen einiger männlicher Skunk x Afghani Hybriden zu bestäuben. Die daraus resultierende Nachkommenschaft erwies sich sowohl als sehr wüchsig und sogar auch der Skunk-Mutter in Sachen Aroma und Potenz überlegen. Der Ertrag fiel indessen suboptimal aus. Aus diesem Grund kultivierte Gerrit in der Folgezeit weiterhin im Wesentlichen zugekaufte Stecklinge, seine Eigenkreuzungen standen in geringer Zahl an den lichtärmeren Außenseiten des Grow-Raums, überschattet von den zugekauften Stecklingen.
Bei dieser Raumaufteilung blieb es bis zum Frühjahr 1993, bis Gerrits Stecklingslieferant in Schwierigkeiten geriet und er notgedrungen die gesamte Anbaufläche mit seinen eigenen Hybriden füllen musste. Dadurch entdeckte er, dass der Grund für den bis dahin geringen Ertrag seiner eigenen Kreuzungen ganz simpel deren ungünstiger Standort im Schatten gewesen war! Jetzt, da sie eine optimale Lichtintensität erhielten, performten Gerrits Skunk x Skunk/Afghani auf einmal sehr gut und warfen hohe Erträge ab. Er entschloss sich folglich, ab nun ausschließlich sein eigenes genetisches Material zu kultivieren, anstatt von anderen Growern abhängig zu sein. Parallel dazu war Gerrit in Kontakt mit dem sehr populären Amsterdamer Coffeeshop "Bluebird" gekommen, der die Buds von Gerrits Eigengewächsen unter der Bezeichnung "Warlock" vermarktete und verkaufte.
Warlock kam bei den Bluebird-Kunden extrem gut an, ständig war die neue Sorte ausverkauft. Deshalb arbeitete Gerrit fieberhaft daran, den Ertrag seiner Eigensorte weiter zu verbessern. Dies versuchte er aber nur über die Optimierung der Anbaufaktoren zu realisieren, züchterisch wurde Warlock für lange Zeit nicht weiter bearbeitet, Gerrit reproduzierte aus einer einzigen Anfangsmutter immer wieder das selbe genetische Material, indem er jahrelang Stecklinge von Stecklingen schnitt. Doch ihm dämmerte, dass dies nicht ewig möglich sein würde, weil die Qualität mit den Jahren nachlässt, und hatte große Sorge, auf einmal mit leeren Händen dazustehen, falls doch einmal die Polizei vorbeischauen und seine Mutterpflanzen beschlagnahmen würde. Zudem machte er sich Sorgen über die Keimkraft seiner mehrere Jahre alten Original Hanfsamen. Gerrit entschied sich, einen Cut in der Produktion zu machen und die ganze Züchterei viel professioneller aufzuziehen.
Einen zusätzlichen Motivationsschub erhielt er durch die Tatsache, dass Bluebird mit seiner "Warlock" beim 1997er High Times Bio Cannabis Cup den dritten Platz belegt hatte. Gerrit begann, viel botanische und züchterische Literatur zu lesen, wodurch ihm unter anderem bewusst wurde, dass er sehr viel mehr Platz brauchen würde, um das züchterische Optimum seiner Hybride voll ausreizen zu können. Er mietete einen sehr viel größeren Zuchtraum an und registrierte ab Januar 1998 seine Operation ganz regulär bei der örtlichen Handelskammer. Zwischen 1997 und 1998 arbeitete Gerrit mit 50 verschiedenen Zuchtlinien, die er aus 25 weiblichen Individuen und 2 verschiedenen Männchen erzeugt hatte. Beim High Times Cannabis Cup 1998 war es dann so weit: Gerrit führte die Sorte Warlock offiziell auf dem Markt ein.
Fürwahr eine kuriose Entstehungsgeschichte. Der Fall, dass aus Hanfsamen, die aus gekauften Buds gewöhnlicher Kommerzsorten wie Afghan und Skunk herausgelesen wurden, etwas züchterisch Hochwertiges entstand, ist wohl einmalig. In den Jahren danach experimentierte Gerrit innerhalb des Warlock Genpools mit weiteren Linien, was dazu führte, dass Warlock einen neu komponierten genetischen Vater bekam. Dieser stand dann Pate für die Erschaffung neuer Sorten: Zunächst "Exile" (Warlock x White Widow/Northern Lights), dann "Starwarz" (Warlock x Sensi Star, diese Sorte wurde später in "Motavation" umbenannt) und das fruchtige Ertragswunder "Double Dutch" (Warlock x pre-2000 Chronic). Vor einigen Jahren kam noch die sehr gelungene Outdoor-Sorte "Biddy Early" (Early Skunk x Warlock) dazu. In jüngerer Zeit erschien "Biddy's Sister", eine Indica-lastige Schwester von Biddy Early, ebenfalls für die Outdoor-Kultivierung gedacht. Und mit "Mosaic" gibt es mittlerweile auch einen Multi-Mix aus MagusSorten. Für das nächste Jahr plant Gerrit die Veröffentlichung der exotischen "Masibindi" (Zamal x Warlock), die afrikanische Genetik enthält. Gerrit kultiviert seine Plants in einem gewöhnlichen Torf/PerliteGemisch, pH 5,8 und EC 0,8. Für Pflanzen, die bis zu 60 cm hoch sind, benutzt er 7,5 1-Töpfe. Die Tages/Nachttemperatur beträgt 25 bzw. 15 °C, bei etwa 70 % Luftfeuchtigkeit während des vegetativen Wachstums, in der Blüte sicherheitshalber deutlich darunter. Zur Samenproduktion setzt Gerrit jeweils zwei männliche und zwei weibliche Pflanzen ein, wobei es sich um jeweils identische Kopien handelt, nach dem sicheren Motto "Doppelt hält besser." Deswegen hat Gerrit sie zudem auch auf zwei verschiedene Locations aufgeteilt.
Viele von Gerrits Sorten wurde mehrfach mit Preisen bei internationalen Cannabis-Cups und Cannabismessen ausgezeichnet, immer wieder wird seine gute Arbeit von der growenden und rauchenden Zunft geschätzt und offiziell anerkannt.
Natürlich hat er auch den großen Trend auf dem Samenmarkt nicht verschlafen und bietet mittlerweile alle seine Sorten (außer Biddy's Sister) auch in feminisierter Form an. "Ich hechel nicht den Trends, dem jeweils aktuellen Hype hinterher", sagt Gerrit, "ich bin heutzutage immer noch so froh über den Glücksgriff Warlock wie ich es damals war und baue alle meine neuen Sorten rund um diese Genetik herum auf". Ein Glücksgriff war auch, seine Frau Corina kennengelernt zu haben, die in der Firma seine rechte Hand ist. "Sie ist die einzige Sache im Leben, die einen noch größeren Einfluss auf mich hatte als Hanf", sagt Gerrit.

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